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José Campos
© José Campos
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Wohnhaus in Weinheim

In einem vorwiegend durch kleinteilige Bebauung dominierten Wohngebiet in bester Lage entstand im Jahr 2013 in Weinheim ein Einfamilienhaus mit angegliederter Einliegerwohnung. Das Wohngebäude befindet sich auf einem 2000 m² großen Grundstück und bietet auf über 800 m² Fläche ausreichend Platz zur individuellen Nutzung. Der Entwurf setzt sich aus einzelnen Volumenkörpern zusammen, die in ihrer Gesamtheit ein fein gegliedertes Gebäude formen. Durch die starke Hanglage an der Weinbergstraße präsentiert sich das Haus zur Straßenseite im Nordosten mit zwei und zum südwestlichen Garten mit drei Geschossen. Ein Wohnhaus von 1999, welches sich ebenfalls auf dem Grundstück befindet, sollte erhalten bleiben und im Entwurf berücksichtigt werden.

© José Campos
© José Campos

Durch die spielerische Anordnung der einzelnen Baukörper wird dem großzügigen Gebäude seine Masse genommen und es fügt sich harmonisch in den städtebaulichen Kontext ein. Auf der Gartenseite springt das Untergeschoss soweit vor, dass seine Dachfläche im Wohn- und Essbereich des Erdgeschosses eine etwa 4 m tiefe, vorgelagerte Terrasse ausbildet. Im Südosten entsteht durch einen weiteren zurückspringenden Baukörper eine großzügige Ausweitung, die den Außenraum insgesamt angenehm proportioniert. Ein mittig platzierter Baum schafft eine angenehme Atmosphäre und schirmt das Gebäude von dem direkt angrenzenden Bestandsgebäude ab.

Architektonisch gliedert sich das Projekt nicht nur durch die Kombination der einzelnen Baukörper, sondern auch durch die differenzierte Fassadengestaltung. Das Erdgeschoss ist komplett in Glas und Aluminium gehalten, wozu das Obergeschoss durch seine Verkleidung aus hellen Natursteinen einen reizvollen Kontrast bildet.

Dem Wunsch nach Privatsphäre entsprechend präsentiert sich die Fassade zur Straße hin weitgehend geschlossen. Die Gartenseite ist dagegen weit geöffnet und lässt Außen- und Innenraum miteinander verschmelzen. Diese Verbindung von Innen und Außen stellt neben der Generierung von fließenden Raumsequenzen das grundlegende Thema des Entwurfs dar. Durch großflächige Fenster öffnet sich, mit den Worten der Architekten, der Innenraum zur »Welt im Ganzen«, wodurch das menschliche Bedürfnis nach Freiheit befriedigt werden soll. Außenwände die nicht zum öffentlichen Raum ausgerichtet sind, wurden aufgelöst und durch Glas ersetzt. Sie verlieren so die Eigenschaft als raumschließende Hülle und lassen den Außenraum Teil des Innenraums werden.

Ein besonderes räumliches Verhältnis entwickelt sich auch durch die Verbindung von Erd- und Obergeschoss. Eltern- und Kindertrakt befinden sich in den ersten Stockwerken separater Baukörper, die über eine Brücke miteinander verbunden sind. Die Brücke durchstößt gleichzeitig den Luftraum des Eingangs- und Wohnbereichs und schafft damit – neben ihrer kommunikativen Qualität – spannungsvolle Blickbeziehungen.

Wannenmacher + Möller Architekten streben bei all ihren Projekten eine zeitgemäße Architektur an, die gleichzeitig auch immer eine zeitlose Wirkung entfalten soll, um von der Mode unabhängige räumliche Qualitäten mit permanenter Bedeutung auszubilden. Daneben spielt auch Flexibilität eine wichtige Rolle, um jeden Entwurf auf zukünftige Anforderungen reagieren lassen zu können.

Baujahr
2013
Bauherr
Privat
Fläche
860 m² WF
Standort
Weinheim
Deutschland

Architekten Wannenmacher + Möller

Architekten Wannenmacher + Möller GmbH
Lessingstraße 48a
33604 Bielefeld
Deutschland

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