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Sebastian Grenzing
© Sebastian Grenzing
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Wohnen in der Manufaktur

Ein ehemaliges pharmazeutisches Fabrikgebäude in Gräfelfing aus dem Jahr 1949 wurde 2014 zu einem Mehrfamilienhaus umgenutzt und in einer zeitgemäßen Architektursprache wiederbelebt. Über drei Etagen entstanden in Anlehnung an den Typus des Reihenhauses insgesamt drei exklusive Wohneinheiten. Die moderne Gestaltung gepaart mit historischen Elementen der Manufaktur verleiht dem Projekt Charme und Individualität. Offene, loftartige Grundrisse sowie die sensible Materialwahl bieten den neuen BewohnerInnen nun anspruchsvollen Wohnraum.

Städtebaulich befindet sich das Gebäude in exklusiver und attraktiver Umgebung in Münchner Stadtrandlage. Die ehemalige Manufaktur ist in die lockere Bebauung der Gartenstadt Gräfelfing eingebettet und sorgt, neben einigen architektonisch bemerkenswerten Beispielen der Gräfelfinger Villenkolonien und einer Vielfalt an Baustilen, für einen spannungsreichen Kontext. Durch das Würmtal befindet sich außerdem ein verlockender Landstrich mit hohem Freizeitwert in direkter Umgebung des Wohnprojekts.

© Sebastian Grenzing
© Sebastian Grenzing

Im Vorfeld des Bauvorhabens wurde der Plan, den Bestand der Manufaktur zu erhalten und für eine Wohnnutzung umzustrukturieren sorgfältig überdacht. Der Wunsch, die Manufaktur zu erhalten, die auch nach der Sanierung noch in ihrer alten Form erkennbar sein sollte, blieb während der gesamten Entwurfsphase stets im Hinterkopf. Eine harmonische und konstruktive Zusammenarbeit mit den Bauherren und deren Gespür für Design und Architektur ermöglichte es, im Außen- und Innenraum eine durchgehende architektonische Sprache zu entwickeln. Sichtbeton, Holz und Metall standen bei der Materialwahl im Vordergrund und finden sich vom Waschtisch über das einzelne Möbel bis hin zum Carport in nahezu jedem Element wieder. Eine reduzierte Farbgebung unterstreicht zudem den Rohgedanken der Manufaktur und vermittelt eine exklusive Atmosphäre.

Die ursprünglich geschlossene Wirkung des Gebäudes wurde aufgelockert, sodass offene und fließende Raumsequenzen entstanden. Ein Wechselspiel von dichten und weiten Bereichen bietet einerseits die Möglichkeit des privaten Rückzugs, andererseits öffnen sich Räume für das gemeinschaftliche Familienleben und fördern die Kommunikation. Der Blick von außen schafft Kontakt und Blickbeziehungen, vermittelt aber dennoch Privatsphäre und Verborgenheit.

Aus Sicht der ArchitektInnen äußert sich eine zeitgemäße Architektur durch die vielschichtigen Spielweisen von Reduktion in der Formensprache. Architektur sollte die »(un)klar definierte Nutzung und Funktionalität« sowie eine eindeutige Linearität für sich entscheiden können. Das architektonische Gesamtkonzept sollte so vermittelt werden, dass sich für Jeden ein begreifbares Erscheinungsbild ergibt. Der zentrale Schwerpunkt der Projekte von Molenaar. war in den letzten Jahren die Entwicklung und Gestaltung von Projekten im Zusammenhang mit gewachsenen Stadt- und Gebäudestrukturen. Eine geradlinige, zeitgemäße Formensprache und das Minimieren von aufwendigen Eingriffen im Hinblick auf Ökologie und Ökonomie sind dabei immer wesentliche Ansprüche.

Baujahr
2014
Bauherr
Privat
Fläche
598 m² WF, 160 - 230 m² je WE
Standort
Gräfelfing
Deutschland
Beteiligte

Projektentwicklung Uta Wüst Denkmalagentur

Molenaar. Architekten und Stadtplaner

Molenaar. Architekten und Stadtplaner BDA / SRL
Lochhamer Straße 75
82166 Gräfelfing
Deutschland

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