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Max Schulz
© Max Schulz
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Villa im Münsterland

Reduktion und wohltuende Proportionen waren die beiden Leitbilder für die Villa im Münsterland des Architekturbüros Ansgar Huster. Mehrere ineinander verschobene Kuben bilden auf diese Weise eine spannungsvolle Gesamtkomposition auf dem parkähnlichen Grundstück.

© Max Schulz
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Dank der Lage des Baufelds am Ende einer Straße konnte das architektonische Konzept relativ frei von kontextbedingten, städtebaulichen Zwängen durch etwaige Nachbarbebauung entwickelt werden. Verschiedene klar ablesbare Kuben nehmen die unterschiedlichen Nutzungen der Wohnbebauung auf und richten sich entsprechend der jeweiligen Funktion zum Außenraum aus. Zur Straßenseite hin schließt sich das Bauvolumen so beispielsweise stärker als zum parkähnlichen Grundstück mit seinem üppigen Grün auf der Rückseite, wodurch Privatheit erzeugt wird und das räumliche Konzept am eindeutigsten erkennbar wird. Über großflächige Verglasungen werden hingegen auf der Gartenseite starke Bezüge zwischen Innen und Außen hergestellt. Eine zusätzliche orthogonale Verschiebung weiterer Kuben in die Tiefe des Grundstücks hinein generiert verschiedene Außenbereiche und Terrassen, welche mit den angrenzenden Nutzungsbereichen im Inneren im Dialog stehen. Vereinzelte Rücksprünge in der Erdgeschossebene erzeugen überdachte Außenbereiche, welche den Innen- und Außenraum zusätzlich verzahnen. Im Fall der Hauptterrasse wird dieser Rücksprung der Fassade von einer rhythmischen Stützenreihe betont und dient somit als Gliederung des Freibereichs. Auf ähnliche Weise entstehen aufgrund der alternierenden Höhen der Kuben, bedingt durch die Zweigeschossigkeit ebenso Freibereiche in Form einer Dachterrasse im Obergeschoss.

Die Formen des Baukörpers sind von einer großen Klarheit und der zeitgemäßen Reduktion bestimmt. Durchgehend weiße Putzflächen treten mit ihrer Materialität in der Gesamtwirkung stark zurück und heben die Proportionen der einzelnen Gebäudeteile und der wohlüberlegten Öffnungen in den Vordergrund. Um die Klarheit der Kuben zu bewahren, wurden jegliche Elemente, welche die Geometrie stören könnten, der reduzierten Formfindung untergeordnet. Bespiel hierfür sind die flächenbündig eingelassenen Fallrohre in der Fassade sowie flächenbündige Türen und rahmenlose Leuchten im Innenraum.

Als internes Verbindungsglied der gegeneinander verschobenen Kuben wird das offene Treppenhaus mit atmosphärischer Tageslichtbeleuchtung inszeniert. Ein großes Fenster im Obergeschoss erweitert den Treppenraum optisch in die Höhe und betont das Aufsteigende der vertikalen Erschließung. Auch im Inneren setzt sich die reduzierte Material- und Formensprache fort. Flächige Industriebetonböden und zurückhaltende Wandoberflächen strahlen ebenso die Klarheit der Fassadengestaltung aus und lassen den Proportionen Freiraum ihre räumliche Wirkung zu entfalten.

Baujahr
2015

Architekt Ansgar Huster

Architekt BDA Ansgar Huster
Hinterm Hagen 12
59348 Lüdinghausen
Deutschland

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