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Frank Vinken
© Frank Vinken
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Haus S

Wie eine schwerelose Raumskulptur setzt sich Haus S des Büros Architekten Spiekermann von der Kulisse des gepflegten Rasens und des üppigen Grüns des Grundstücks in direkter Nachbarschaft zum Gütersloher Stadtpark und dem Botanischen Garten ab. Ein mäanderndes weißes Band, welches als Sockel des Gebäudes beginnt und zwischen Wand und Decke als raumbildendes Element wechselt, verleiht dem Baukörper seinen skulpturalen Charakter und definiert gleichzeitig das architektonische Konzept des Raumprogramms.

© Frank Vinken
© Frank Vinken

Auf diese Weise spannt sich auf einer Länge von 35 m der Wohnraum in den Zwischenräumen des Bands auf. Mit weiß eloxierten Aluminiumplatten verkleidet, mutet es in seiner Gesamtstruktur äußerst modern an und verströmt dynamische Leichtigkeit. Die über Eck geführten Platten machen so ein zusätzliches Attikablech überflüssig und ermöglichen die klare Form des Konzepts. Zwei Freitreppen aus Betonstufen scheinen die einzigen Berührungspunkte zwischen dem Erdboden und dem abgesetzten Baukörper zu sein. Durch abweichende Laufbreiten unterstützen sie das dynamische Moment des Mäanders und vermitteln fließend zwischen dem Grund mit angeschlossenem Garten und der erhöhten Terrasse.

Im Kontrast zur weißen Vorhangfassade im Bereich des Bands stehen die anthrazitfarbenen Aluminiumprofile der raumhohen Glasfassade der Gartenfront, welche den Innenraum von den Freibereichen innerhalb der Wohnskulptur abgrenzt. Durch Rücksprünge in der Fassade und den auslaufenden Mäander entstehen unterschiedliche Terrassenbereiche. Auf ähnliche Weise wird eine Dachterrasse im Obergeschoss ausgebildet, welche sich jedoch nur über ein Viertel der Länge des Erdgeschosses ausdehnt und so in seinen Proportionen eine bauliche Zäsur setzt.

Weiß verputzte Wände und Decken führen die Leichtigkeit der Fassade im Inneren fort und schaffen eine puristische Atmosphäre, die durch den Echtholz-Dielenboden aus dunkler Eiche wohnlich aufgelockert wird. Entsprechend des architektonischen Konzepts und der länglichen Ausrichtung des Mäanders bildet das Erdgeschoss einen beinah ununterbrochenen Wohnraum, welcher durch seine Transparenz definiert wird. Die gesamte Länge der Fläche steht in visueller Verbindung zur Gartenanlage und auch die internen Nutzungen, Küche, Wohn- und Essbereich, beziehen sich räumlich aufeinander. Ein freistehender Kamin bildet das einzige gliedernde Element im Raumfluss. Im geschlosseneren Bereich seitlich des Eingangs befinden sich die Privat- und Schlafräume der Hausherren mit eigenem Badezimmer sowie die dienenden Räumlichkeiten.

Eine schmale Faltwerktreppe im rückwärtigen Bereich setzt den Bodenbelag des Erdgeschosses ins obere Stockwerk fort, wo ein Büroraum, der Gästebereich, die großzügige Dachterrasse und ein weiteres Badezimmer untergebracht sind.

Baujahr
2014
Fläche
295 m² Wohnfläche
Standort
Gütersloh
Deutschland

Architekten Spiekermann

Architekten Spiekermann
Westkirchener Str. 2
48361 Beelen
Deutschland

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