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Hans Kreye, Gordon Watkinson, Sky Frame
© Hans Kreye, Gordon Watkinson, Sky Frame
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Haus S

Architektur als bewohnbare Raumplastik im Stile Richard Neutras ist das Motto des Münchner Büros Stephan Maria Lang für das Projekt Wohnhaus S am Starnberger See gewesen. Eine architektonische Skulptur, welche sich ausgehend vom Raumfluss des Innenraums in die Weite der Natur entwickelt und die Seele erfrischen soll. Mit seiner Hanglage am Starnberger See fungiert das Haus als Spiegel des Naturgeschehens und inszeniert die Spiegelung der Natur auf vielfältige Art und Weise.

Mit seiner kalifornischen Entspanntheit in Südosthanglage eröffnet das Gebäude einen Panoramablick auf den nahen See und die Berglandschaft. Zur westlichen Straßenseite schließt sich der Baukörper gänzlich und markiert lediglich durch den Hochpunkt der verglasten Empfangshalle den leicht zurückversetzten Eingangsbereich. Bei Nacht leuchtet der verglaste obere Teil mit seiner skulpturalen Pendelleuchte auf und inszeniert die Eingangssituation als optischen Anziehungspunkt. Die Gebäudekubatur entwickelt sich von dort aus den Hang hinunter als schwebender Körper mit weit auskragenden Dachscheiben auf massiven Natursteinpfeilern, welche als vertikale Elemente die horizontalen Ebenen verankern.

© Gordon Watkinson
© Gordon Watkinson

Der Wohnbereich im Obergeschoss auf Straßenniveau öffnet sich zum weiten Seeblick durch fast unsichtbare ­Skyframe Verglasungen. Als einziges zonierendes Element im Panoramablick des Wohnbereichs wirkt ein zentraler Kaminblock. Der Innenraum fließt schwellenlos in die weitläufige Terrasse über. Ein weit auskragender Pool greift das Spiel der unbeschwerten Leichtigkeit des Baukörpers wieder auf und bietet ein einmaliges Schwimmerlebnis.

Die privaten Räume der Bauherren befinden sich im Untergeschoss mit Zugang zum angrenzenden Garten. Im rückwärtigen Bereich löst ein Lichthof mit »reflecting pool« das Problem der Belichtung der hinteren Räume, welches sich aufgrund der Topographie ergibt. Ein flaches Wasserbecken greift somit das Thema der Spiegelung der Natur auf, um diese auch in die hangseitig ausgerichteten Räume zu leiten, welche nicht vom Panorama der gegenüber liegenden Fassade profitieren. Gleichzeitig wird durch die reflektierende Wasseroberfläche der Tageslichteintrag für diese Räume erhöht. Des Weiteren erzeugt das Spiel von Offenheit und Geschlossenheit der hangseitigen Stützwand interessante Spiegelungen im Pool und nimmt der Fläche ihre drückende Massivität. Dadurch gewinnt der Lichthof atmosphärisch an Weite.

Das Konzept des Gebäudes als horizontal angelegte Raumplastik wird durch verschiedene Aspekte verdeutlicht. Schon die straßenseitige, geschlossene Fassade verweist durch ihre horizontale Strukturierung auf den Raumfluss der dahinter liegenden Räume. Im Inneren bleiben dank ausschließlich raumhoher Türen und Durchgänge die horizontalen architektonischen Elemente Boden und Decke stets klar erlebbar und leiten den Blick mit dem Raumfluss in die Horizontale. So entsteht eine heitere, gelassene und unaufdringliche Atmosphäre, welche durch die helle und natürliche Materialwahl zusätzlich den Ferienhaus-Charakter unterstützt.

Baujahr
2012
Fläche
650 m² BGF
Standort
Starnberg
Deutschland
Beteiligte

Tragwerksplanung Pohlmeier

Lichtplanung Hubert Saegmüller

Haustechnik IVM

Bauleitung Alexander Hann

Stephan Maria Lang

Stephan Maria Lang Architektengesellschaft mbH
Winterstraße 4
81543 München
Deutschland

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