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© Palladium Photodesign
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Haus L.

Der Wunsch der Bauherren war es bei diesem Projekt, auf einer kleinen Grundfläche möglichst großzügig bauen zu können. Als Lösung schlugen stkn architekten einen Neubau mit hohen Decken und einer geschickten Raumaufteilung vor, um auf kleiner Fläche viel Platz zu suggerieren. Küche und der Wohnbereich sind verbunden, sodass der Raum als ein homogenes Ganzes wirkt, egal welche Seite gerade genutzt wird. Konstruierte Sichtachsen unterstreichen die Großzügigkeit und verbinden das Haus mit dem Garten. Städtebaulich liegt das Wohngebäude in einem Neubaugebiet am Rande des Hürther Ortsteils Fischenich in ländlicher Atmosphäre. In der unmittelbaren Umgebung dominieren hauptsächlich standardisierte Bauträgerobjekte die Gebäudestruktur.

© Palladium Photodesign
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Der Entwurf für den Neubau sieht eine zentrale mittlere Achse in Erd- und Obergeschoss vor, die sich aus Flur und Treppe bildet. Jede Blickrichtung innerhalb der Achse nach vorne oder nach hinten ermöglicht den Blick ins Freie, wodurch die ArchitektInnen eine offene Raumstruktur schufen, die durch bodentiefe Fenster im Flur des Obergeschosses, in der Diele und im Wohnzimmer unterstützt wird. Der Flur im ersten Stock kann als erweiterte Spielfläche zwischen den Kinderzimmern dienen. Im Obergeschoss wird durch die Öffnung der Zimmer bis unter die Dachschräge die großzügige Wirkung der Räume unterstützt. Ebenso unterstreichen die bodentiefen Fenster in allen Räumen diesen Eindruck.

Besonders herausgearbeitet wurde von stkn architekten die Blickbeziehung nach außen, welche direkt beim Betreten des Erdgeschosses entsteht. So wird der Blick durch das Objekt hindurch bis in den Garten geleitet, führt gleichzeitig aber auch entlang der Treppe bis nach oben in den hohen Dachraum. Die Treppe nach oben kommend, blickt man als Betrachter nach draußen, wendet man den Blick, fällt dieser über die Treppe und die verglaste Treppenbrüstung wieder nach draußen. Im Erdgeschoss wurde eine Wandscheibe, welche die hohen Kücheneinbauten aufnimmt, freigestellt, sodass der Flur auch von der Seite – und somit durch die Küche hindurch – belichtet wird. Dadurch wirkt die Küche großzügiger und es wird eine Sichtverbindung ins Treppenhaus, beziehungsweise den Eingangsbereich, ermöglicht.

Aus Sicht der PlanerInnen zeichnet sich eine zeitgemäße Architektur bei Wohngebäuden heutzutage dadurch aus, dass flexible Lösungen erforderlich sind, die im Laufe der Lebensdauer des Gebäudes verschiedene familiäre und auch sonstige Bedürfnisse berücksichtigen. Genauso sind insbesondere Mehrfachnutzungen eine Möglichkeit, den künftigen Nutzern maximale Freiheiten zu lassen, ohne ihnen spezielle Raumnutzungen vorzuschreiben. So dient bei diesem Projekt der Flur nicht nur zur Erschließung, sondern kann auch als Spiel- oder Lesebereich genutzt werden. Ein Arbeitszimmer kann gleichzeitig ein Gästezimmer sein. Größere Raumhöhen in den Kinderzimmern bieten neben dem Effekt einer großzügigeren Wohnatmosphäre die Möglichkeit, zusätzliche Ebenen einzubauen, die etwa als Hochbett ergänzende Flächen bieten. Die Verwendung von Trockenbauwänden, die mit relativ geringem Aufwand ergänzt oder entfernt werden können, lassen ebenfalls Variationen im Raumprogramm zu, sodass der Entwurf auch vorausblickend von hohem Nutzen ist.

Baujahr
2012
Bauherr
Maike und Matthias Lorch
Fläche
177 m² NF
Standort
Hürth
Deutschland

stkn architekten

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Volksgartenstrasse 10
50677 Köln
Deutschland

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