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Dominique Marc Wehrli
© Dominique Marc Wehrli
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Haus in der March

Das Haus in der March von kit | architects ist eingebunden in ein suburbanes Wohngebit mit hoher städtebaulicher Dichte. Das Grundstück befindet sich direkt neben einem Bachlauf und weist trotz seiner geringen Abmessungen eine topographische Höhendifferenz von ungefähr zwei Metern auf. Die ArchitektInnen begegneten der Situation vor Ort mit einer Baumasse, welche das Gelände durch ein Split-Level effizient ausnutzt. Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Entwurf ist die Anbindung des natürlichen Außenraums an die verschiedenen Ebenen, welche dadurch differenzierte atmosphärische Aufenthaltsqualitäten erhalten. Die sich ergebende Abfolge von Räumen mit unterschiedlich ausgeprägten Stufen der Intimität weist vielschichtige Lichtqualitäten auf und organisiert sich um eine zentrale Wohnlandschaft, welche die Ebenen miteinander verbindet. Die privaten Rückzugsbereiche bestehen aus Raumkammern mit Nasszellen und sind vom Wohnbereich durch eine raumbildende Wand getrennt, welche durch Einbauten beiderseits aktiviert und nutzbar gemacht wurde.

Die Wand aus Sichtbeton gliedert den Raum, ist statisch wirksam und beinhaltet andienende Elemente der Hausinfrastruktur. Durch verbindende Öffnungen in der Wand werden private und gemeinschaftlich genutzte Räume optisch miteinander verflochten. Der grüne Außenraum schließt an mehreren Stellen an die vertikal organisierte Kubatur an, welche eine Neuinterpretation des klassischen horizontal geschichteten Einfamilienhauses darstellt. Die klare Zonierung des Innenraumes wird durch fließende Übergänge aufgelockert und nicht zuletzt durch die Integration der Treppe in den Wohnraum entsteht im Haus in der March eine flexible und wandelbare Aufteilung des Grundrisses.

Die tragenden Wände und die aussteifenden Scheiben der Geschosse formen das statische System, welches durch die Ausführung in Stahlbeton weite Auskragungen über dem verglasten Eingangsbereich erlaubt. Die umgebende Grünfläche wird somit effizient genutzt und direkt in die architektonische Geste integriert. Die Wahl der Materialien und Farben unterstreicht den expressiven und dennoch sehr klar formulierten Entwurf. Neben dem Stahlbeton, welcher das Grundgerüst bildet, wählten die ArchitektInnen einen hellen und grobkörnigen Kellenwurfputz, der oberflächlich mit einer Silberfarbe abgerollt wurde. Die durch die Reflexion des Sonnenlichts entstehende, plastisch wirkende Oberfläche der Fassaden variiert je nach Tageszeit und Blickwinkel. Die entwurfsbestimmenden Faktoren des Orts, der Nutzung, des Raumes, des Materials und der Konstruktion ließen in der March eine Architektur entstehen, die durch die Komposition der einzelnen Elemente, den Einbezug der Umgebung und den spielerischen Umgang mit der Vertikalen und der Horizontalen geprägt ist. Hierdurch und durch die harmonische Wechselwirkung zwischen den Bereichen wurde eine hohe atmosphärische Qualität geschaffen. Die Architektur reagiert flexibel auf Veränderungen der BewohnerInnen und wirkt im Gegenzug ebenso identitätsstiftend.

Baujahr
2013
Standort
Region March
Schweiz
Auszeichnungen
Bau des Jahres 2014, swiss-architects | best architects 15 award | Nomination für Häuser des Jahres 2015 | Nomination für den ECOLA Award
Beteiligte

Tragwerksentwurf Schnetzer Puskas Ingenieure AG

Baumanagement laterza graf baupartner

HL-Ingenieur Caltronic GmbH

Elektro-Ingenieur Adrian Mettler AG

Bauphysik 3-Plan Haustechnik AG

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