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Maximilian Eisenköck
© Maximilian Eisenköck
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Haus am See

Zwischen dem österreichischen Leithagebirge und der Ho-hen Wand befindet sich in halbstündiger Entfernung zur Stadt Wien der Neufeldersee, welcher die Kulisse für das Haus am See von Maximilian Eisenköck Architektur bildet. Eingebunden in eine kleinteilige Wohn- und Gartenstruktur ist der Neubau direkt am Ufer des Sees verortet, grenzt sich zur umliegenden Bebauung ab, ohne diese auszuschließen und öffnet sich durch seine u-förmige, teils zweigeschossig gestaffelte Kubatur zum Wasser hin.

Die von außen frei einsehbare Architektur umschließt dreiseitig einen ruhigen, mit weißem Kies ausgelegten Patio, welcher den Ausgangspunkt und die Mitte des räumlichen Konzepts darstellt. Dieser Innenhof dient den BewohnerInnen als Sommerwohnzimmer und Rückzugsort und ergänzt das Raumprogramm um eine private Zone im Außenbereich. Über einen hölzernen Steg wurde eine direkte Verbindung zwischen Patio und Wasserfläche geschaffen.

© Maximilian Eisenköck
© Maximilian Eisenköck

Die großzügigen Öffnungen des Wohnensembles sind auf filigrane Weise eingebunden in das Fassadenraster – ein Ornament aus japanischen Okoumé Platten. Die scheinbar zufällige Aufteilung der schwarzen Riemen auf der Fassadenoberfläche lässt die Begrenzungen der Fensterflächen verschwimmen und integriert diese gleichzeitig auf harmonische Weise in die Baustruktur. Durch die Anordnung der Öffnungen, zum Teil bis zur Oberkante der Kubatur, wirkt der leichte Holzbau nahezu entmaterialisiert. Gewohnte Strukturen werden entflochten und scheinen neu zusammengesetzt, was die unmittelbare Ablesbarkeit der Bautechnik erschwert und ebenso zur Auflösung und gleichzeitigen Prägnanz der architektonischen Form beiträgt. Durch die Kleinteiligkeit der Außenhaut wird zudem die umgebende städtebauliche Struktur aufgenommen. Die von den ArchitektInnen intendierte filigrane Wirkung wird auch in weiteren Details zur Geltung gebracht: So tragen eine schmale Attika und die fein dimensionierten Sprossen der Fenster dazu bei, dass sich das Haus am See deutlich von vielen anderen, massiv und wuchtig wirkenden zeitgenössischen Baukörpern abhebt.

Die lichtdurchfluteten, wohlproportionierten Innenräume vermitteln durch die Materialität der Oberflächen eine warme und einladende Atmosphäre. Wand- und Deckenoberflächen, sowie Einbaumöbel sind mit hellem Holz belegt, welches einen spannungsvollen Kontrast zur Außenhaut und den dunklen Fensterprofilen bildet.

Grundlegend für den Entwurf und die Umsetzung des Hauses am See von Maximilian Eisenköck Architektur ist die Auseinandersetzung mit dem Ort, welcher laut der ArchitektInnen nicht verschönert sondern gestaltet werden soll. Die am Neufeldersee verortete Architektur wirkt identitätsstiftend und nimmt sich dennoch zurück. Die Vereinigung einer konsequenten Raumbildung mit hoher Aufenthaltsqualität und ausgesuchten Materialien bietet den BewohnerInnen viel Platz für ihre persönliche Entfaltung.

Baujahr
2015
Bauherr
Privat
Fläche
Nettonutzfläche 220 m²; Umbauter Raum 938 m³; Bebaute Fläche 171 m²; Grundstücksfläche 919 m²
Standort
Seepark 5, A
2491 Hornstein
Österreich
Auszeichnungen
Holzbaupreis Burgenland 2016 in der Kategorie Wohnbau
Beteiligte

Glasbau Fuchs Glas Verglasung Skyframe

Tragwerksplanung Mathias Kronreif

Baumeister Pfleger Bau

Holzbau Zimmerei Lottermoser

Maximilian Eisenköck Architektur

Maximilian Eisenköck Architektur
Schottenfeldgasse 72/2/10
1070 Wien
Österreich

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