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Herbert Stolz
© Herbert Stolz
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concret(e)

Das Projekt Concret(e) befindet sich in einem Weinberg über der Donau, der bereits zur Zeit der Römer bewirtschaftet wurde und bietet, verteilt auf vier Geschosse, Platz für zwei Wohneinheiten. Der Hauptbaukörper mit einem asymmetrischen Satteldach und einer Fassade aus unbehandelten, in ihrer Breite und Tiefe variierenden Lärchenholz-Leisten, ruht auskragend auf dem Sockelgeschoss. Dieses ist vergleichsweise nüchtern ausformuliert und präsentiert sich über eine klar definierte Sichtbetonwand zur Straße hin. Durch die tiefe Position im Hang war die Lichtführung dieses Gebäudes ein wesentlicher Bestandteil der Planung.

 © Herbert Stolz
© Herbert Stolz

Die beiden Baukörper werden im Inneren förmlich durch das Tageslicht »ausgehölt«, das durch großzügige Fensteröffnungen und Lufträume bis tief in den Raum vordringen kann. Trotz der Hangsituation gelang es den ArchitektInnen auf diese Weise, alle Innenräume und Ebenen natürlich zu belichten. Ein Patio sowie Galerie-Lufträume verstärken diesen Effekt zusätzlich. Das unterschiedliche Maß an Licht bestimmt bei in hohem Maße auch die Qualität der Innenflächen. Die oberirdischen Räume sind offen und fließend konzipiert und verdichten sich immer weiter, je tiefer sie im Hang liegen. Wenige, gezielt gerahmte Ausblicke ermöglichen eine Interaktion mit der Umgebung. So ermöglicht ein von außen verspiegeltes Fenster im Wohnbereich schaufensterartig den Blick zur ruhig verlaufenden Donau. An anderer Stelle inszenierten die PlanerInnen ein »Himmels-Fenster« zur Beobachtung der Wolken und Sterne und ein »Berg-Fenster« mit Blick auf die Weinreben.

Die Konstruktion von Wänden und Dach aus industriellen Betonfertigteilelementen ist innen sowohl optisch, als auch haptisch erlebbar und bot sich aus konstruktiver Sicht an, um die starken Hangdrücke ausreichend abzufangen. Gespachtelte Bodenflächen, belegt mit gewebten Einzelteppichen, wechseln sich mit stark ornamentierten Zementfliesen ab und lassen so spannende Kontraste entstehen. Der Hauptraum, der im oberen Baukörper den Wohn- und Essbereich aufnimmt, wurde zweigeschossig in das Gebäudevolumen eingestellt. Zur räumlichen Gliederung und zur Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten wurde der Bereich zudem durch ein Galeriegeschoss ergänzt.

Beheizt wird das Gebäude durch ein Gas-Blockheizkraftwerk, welches neben der Heizenergie auch den Strombedarf des Hauses deckt und die Ladestation für ein Elektroauto bedient.

Die Projekte des Büros fabi architekten zeichnen sich häufig durch ihre hellen, lichtdurchfluteten und offenen Räume aus, die dennoch genug Möglichkeiten für den individuellen Rückzug bieten. Interessante Ausblicke und vor allem die Verschmelzung von Innen- und Außenraum zur Schaffung einer wohnlichen Atmosphäre sind weitere Aspekte, die aus Sicht des Büros eine zeitgemäße Architektur ausmachen. Das spannungsvolle Zusammenspiel von Raumqualitäten in Maßstäblichkeit, Materialität, Sinnlichkeit und Licht beeinflusst auch bei diesem Projekt den Aufenthaltswert der Innenräume positiv.

Baujahr
2013
Standort
Regensburg
Deutschland
Beteiligte

Tragwerksplanung Ingenieurbüro Poguntke, Regensburg

Haustechnik Ingenieurbüro Sammel, Regensburg

fabi architekten bda

fabi architekten bda
Glockengasse 10
93047 Regensburg
Deutschland

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